Vereinsgeschichte von 1992 bis 2022

Von der Wiedergründung 1992 bis 2022

Am 01. Dezember 1992 trafen sich in der ehemaligen Gaststätte „Dorfkrug“ auf Initiative des damaligen Bürgermeisters und unseres heutiges Ehrenmitgliedes Bernd Kranz mehrere Bürgerinnen und Bürger zur Wiedergründung der Schützengesellschaft. Dies war die Voraussetzung die Schützentraditionen von 1886 unserer Vorväter fortzusetzen, nachdem die Schützen vor damals über 50 Jahre ihre sportlichen Tätigkeiten in der Kriegs- und Nachkriegszeit nicht wieder aufnehmen durften. Die Jahre nach 1945 blieben für die damaligen Schützen sehr lange in trauriger Erinnerung. Mit Tränen in den Augen mussten die Vereinsmitglieder ihre Waffen abgeben und mit ansehen, wie diese auf dem alten Schulhof ausgeglüht wurden.

Zur Wiedergründungsversammlung waren an diesem Dienstagabend 17 Personen anwesend und wählten einen Vereinsvorstand für erst mal ein Jahr. Dieser Vorstand setzte sich wie folgt zusammen: Vorsitzender Werner Vesper; stellv. Vorsitzender Gunter Weiß; Kassierer Karl Schirmer und Schriftführer Evelyn Rommel. In dieser ersten Mitgliederversammlung wurden noch weitere Dinge besprochen: z.B. die Anmeldung beim Thüringer Schützenbund e.V.; Teilnahme an Wettkämpfen in der Region; die Klärung der Liegenschaften des alten Schützenhauses und den Erhalt von Waffenbesitzkarten als Voraussetzung zur Ausübung des Sportschießen.

Eine besondere Überraschung dieses Abend war die Übergabe der Vereinsfahne von 1911 der „Schützengesellschaft Barchfeld a.d.W. 1886“ durch Frau Evelin Rommel, Enkelin des Schützenbruders und bis dahin letzten Schützenkönigs Hans Reif. Dieser hatte die Fahne nach dem 2. Weltkrieg vergraben und später wieder hervorgeholt. Seine Tochter, Frau Käthe Eberhard, bewahrte die Fahne weiterhin auf. Damit war eigentlich für alle Anwesenden klar, dass Tradition verpflichtet. Somit kam als Wiedergründung nur die „Schützengesellschaft Barchfeld / Werra 1886 e.V.“ in Frage. Klar war aber auch, dass mit diesem Vereinsnamen auch eine große Verpflichtung eingegangen wurde.

Die ersten Monate und Jahre mussten wir erstmal sehen, wie dass alles so läuft. Schließlich war ja von heute auf morgen alles neu, alles möglich. Es standen Anmeldungen des Vereins bei Gericht, beim Landessportbund Thüringen und beim Thüringer Schützenbund an, was dazu führte, dass wir den Schützenkreis Bad Salzungen zugeteilt wurden und dann später zum Wartburgschützenkreis gehörten. Der Schießbetrieb wurde so langsam aufgenommen und es starten die ersten Mitglieder bei Kreismeisterschaft. Da die Trainingsmöglichkeit fehlte fuhren wir nach Philippsthal oder Lengers und erhielten mit den dortigen Schießübungen unsere ersten Nachweise, die Grundvoraussetzung für den Erwerb eigener Waffenbesitzkarten und somit auch den Erwerb entsprechender Sportgeräten.

Mit der Wiedergründung der „Schützengesellschaft Barchfeld / Werra 1886 e.V.“ war zwar der erste Schritt zur Wiederbelebung des Schießsportes getan, noch mangelte es aber an den praktischen Voraussetzungen, einer Schiesssportanlage. Mehreren Schützen war bekannt, dass im Keller der Heinrich-Heine-Schule mal ein Schießstand vorhanden war. Bei näherer Besichtigung fand man nur noch einen alten, heruntergekommenen Kellerraum. Mit Unterstützung des damaligen Schulleiter Herrn Jürgen Heinel kam ein Nutzungsvertrag zwischen Schulverwaltung und der Schützengesellschaft zustande. Nach über einjährigen Umbau- und Renovierungsarbeiten, von den Schützenbrüdern in Eigeninitiative durchgeführt, wurde eine wettkampffähige Schießanlage für Luftgewehr und –pistole geschaffen. Fertigstellung und Einweihung war im August 1993 und der erste Wettkampf, welche durchgeführt wurde, war das Königschießen. Erster Schützenkönig nach der Neugründung wurde dabei Günther Muharem. Alle weiteren Majestäten die ihm folgten wurden hier in der Schützenhalle auf den Bilder verewigt.

Nach genau 108 Jahren taucht die alte Satzung wieder auf, welche wir leider nicht mehr umsetzen konnten. Ich sage nur: Mitgliedsbeitrag im Monat maximal 0,25 Pfennig.

Nach 56 Jahren wurde 1995 erstmals wieder unter großer Anteilnahme der Bevölkerung ein Schützenfest durchgeführt. An dem Umzug beteiligten sich zehn Schützenvereine des Wartburgkreises. Vervollständigt wurde das bunte Bild des Umzugs durch die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins, des Sportanglervereins und den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr. Es spielte die Blaskapelle der FFw Breitungen. Eigentlich sollten die Barchfelder Schützenfeste zu Pfingsten wieder eine feste Größe im Veranstaltungskalender der Gemeinde werden. Allerdings war das Interesse der Bevölkerung nach zwei, drei Jahren rückläufig.

Zu dieser Zeit fand auch der erste  Arbeitseinsatz an einen „zukünftigen“ Vereinshaus im Schlosspark statt. Alle waren voller Begeisterung, bei dem Bau einer eigenen Schießsportanlage mitzuhelfen, denn die Klärung des Sachverhaltens der Enteignung der Schützengesellschaft nach dem 2. Weltkrieg gestaltet sich schwierig und ehrlich gesagt wollten wir jeden Ärger aus dem Weg gehen. Wer es nicht weiß unser altes Schützenhaus befindet sich am Ortsausgang Richtung Witzelroda, das kleine rote Backsteinhaus auf der linken Seite.

Zum 110-jährigen Jubiläum der Schützengesellschaft Barchfeld/Werra 1886 e.V. beschlossen die Mitglieder aus gegebenem Anlass eine neue Vereinsfahne anfertigen zu lassen. Nach eingehender Beratung wurde festgelegt, dass die neue Vereinsfahne exakt nach der Vereinsfahne von 1911 anzufertigen ist, sie trägt jetzt lediglich – als einzige Veränderung – die Jahreszahlen 1886 – 1996. Zum Schützenfest an Pfingsten 1996 wurde die neue Fahne durch die alte Fahne geweiht und beide Fahnen führten den Schützenumzug durch die Gemeinde Barchfeld Seite an Seite an.

Die ersten sportlichen Erfolge stellten sich in dieser Zeit auch ein, denn die ersten zwei Kreismeistertitel wurden errungen.

Im Herbst 1996 kaufte die Gemeindeverwaltung Immobilien der ehemaligen Rustika Möbelfabrik (davor VEB Stilmöbelfabrik), auch das Gebäude, in dem wir uns heute befinden. Ziel war es die Schaffung eines Sport- und Freizeitzentrums in den ehemaligen Werkhallen. Hierzu unterbreitete der damalige Bürgermeister Franz Römhild der Schützengesellschaft seine Vorstellung, die teilweise Nutzung der leerstehenden Polsterei durch unseren Verein. Nach Rücksprache mit einem Sachverständigen des Thüringer Schützenbundes sollte eine komplexe Schießsportanlage errichtet werden. Die begonnenen Baumaßnahmen im Schlosspark wurden danach eingestellt.

Auch auf kulturellen Gebiet tat sich was. 1998 organisierten wir eine Karnevalsveranstaltung, denn einigen Mitgliedern war das fröhliche Treiben von früher noch gut in Erinnerung. Beim Etterwindener Karnevalsclub fragte man nach, ob sie nicht in Barchfeld eine Karnevalssitzung abhalten könnten. Es war die Initialzündung für die Wiederbelebung des Karnevals in der Gemeinde, was zur Folge hatte, dass sich 2001 der Karnevalsclub Barchfeld mit unserer Unterstützung gründete.

Ein Jahr nach der Begehung mit dem Bürgermeister konnte der 1. Bauabschnitt, der Luftdruckwaffen-Schießstandes seiner Bestimmung übergeben werden. Die acht 10 m Bahnen verfügen über elektrische Scheibenzuganlagen, welche vorher beim SV Philippsthal ihren Dienst taten. Seit diesem Tag sind wurden dann auch alle Kreismeisterschaften in den Luftdruckdisziplinen bis heute hier ausgetragen. Außerdem hat der Verein nun auch ein geräumiges Vereinszimmer, in dem zur Förderung der Geselligkeit die Theke nicht fehlen durfte.

Die Erfolge im Sportschießen wurden ebenfalls immer mehr. Grund dafür war auch das Erich Günther, ein ehemaligen DDR-Meister, Mitglied in unserer Schützengesellschaft wurde.

Im Jahre 2000, anlässlich der 4. Vorstandswahlen stand eine kleine Reformation durch eine Satzungsänderung ins Haus. Eine komplette Überarbeitung war angebracht, da zehn Jahre nach der Wende einige Punkte der Wiedergründungssatzung überholt schienen. Der neue Vorstand setzte sich wie folgt zusammen: Vorsitzender Sven Vesper; stellv. Vorsitzender Bernd Kranz Kassierer Margarete Weiß, Schriftführer Ingrid Kranz und Jugendwart Thomas Kallenbach.

Eines unserer letzten durchgeführten Schützenfeste, mit einem Umzug durchs Dorf, führten wir in der benachbarten Sport- und Mehrzweckhalle durch, welche im Oktober 1999 fertiggestellt wurde.

Die Jahre um die Jahrtausendwende waren geprägt von vielen Besuchen bei befreundeten  Schützenvereinen der Region. Dabei kamen viele Kilometer bei den dortigen Schützenumzügen zusammen. Aber nicht nur Ruhla, Dermbach, Roßdorf oder Behringen standen auf dem Programm. Wir waren gemeinsam mit dem Bundes-SV Ruhla 1725 e.V. beim 50. Deutscher Schützentag in Wiesbaden dabei.

Weiterhin entstanden zu dieser Zeit die 25-Meter-Anlage für klein- und großkalibrige Kurzwaffen.

Und unsere Verein ging mit seiner ersten Homepage online. Unter www.schuetzengesellschaft-barchfeld.de konnte man alle Informationen aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft abfragen.

Die sportlichen Erfolge stiegen weiterhin und wir konnten erste Landesmeister und Landespokalsieger in unseren Reihen nennen. Weiterhin konnte unsere Luftgewehrmannschaft zum ersten Mal die Thüringenliga gewinnen und, durfte am Aufstiegswettkampf zur 2. Bundesliga Ost in Berlin – Spandau teilnehmen. Wir scheiterten knapp, es fehlten 22 Ringe bei 5 Schützen, die zweimal Schießen mussten an diesem Tag.

Im März 2004 strebten wir eine erste Freundschaft mit einem Schützenverein an.  Zustande gekommen ist der Kontakt durch unser Vereinsmitglied Gerhard Lehmann. In seiner brandenburgischen Heimat lebte seine Tochter Julia Peukert und engagiert sich in einen dortigen Schützenverein. Gegenseitige Besuche fanden Anfangs noch statt. Leider haben wir keine Verbindung mehr nach Kölsa.

Der Wartburgschützenkreis feierte sein 10jähriges Bestehen. Neben Ruhla sind auch wir ein weiterer Austragungsort der Veranstaltungen. Da der KK-Langwaffenschießstand fertiggestellt wurde, konnten wir das Kreis- und Landeskönigsschießen durchführen. Die Schützenjugend ermittelte zeitgleich ihre Titel auf dem 10-m-Schießstand. Die neuen Majestäten wurden am Abend zum Landes- bzw. Kreiskönigsball in der Mehrzweckhalle proklamiert.

Der TSB wird langsam auf die gute Nachwuchsarbeit in unserem Verein aufmerksam und nominiert zum ersten Mal Barchfelder Teilnehmer zu den RWS Jugendverbandsrunde. Erste Wettkampforte sind Leipzig und Frankfurt(Oder).

Am 08. Juli 2006 heiratet der Vorsitzende Sven Vesper die Kassiererin Katja Ortmann. Das ist doch auch mal was in den Geschichtsbüchern.  

Mit Annika Piehl und Maximilian Hering nehmen die ersten beiden Vereinsmitglieder, welche sich zum bundesweiten Endausscheid qualifizierten, beim Shooty-Cup in München auf der Olympiaschießanlage von 1972 teil. Ein Jahr später ist Jeremy Greiner der erste Sportschütze, der an Deutschen Meisterschaften für unseren Verein teilnimmt. Qualifiziert hat er sich bei den Landesmeisterschaften in gleich zwei Disziplinen: Luftgewehr und Luftpistole. Weiterhin stellt Barchfeld die komplette Mannschaft zum Shooty-Cup in München. Die Namen der Schützen dazu lauten: Vanessa Kaiser, Meikel Pal, Sarah Becker und Adrian Dubravcic. Das der Vereinsnachwuchs immer stärker wird, zeigt sich daran das erste Podestplätze bei Wettkämpfen außerhalb Thüringens erzielt wurde. Beim Berlin – Cup erreicht Sarah Becker den Platz 2 mit der Luftpistole.

2008 wird Barchfeld 1075 Jahre und unser Verein hilft bei den Feierlichkeiten vom 06. – 15. Juni mit. Wir organisieren einen Jubiläumspokal und ein Kanonenschießen. Als Franzosen verkleidet nehmen ein Teil der Mitglieder am historischen Umzug teil und ein zweiter Teil in Vereinsuniform.

Ende des Jahres sorgt Adrian Dubravcic für Aufsehen. Nicht nur, dass er ins Landeskader des TSB berufen wurde und Sportgymnasiast in Oberhof wird, holt er zum ersten Mal die Schützenkette des Landesjugendschützenkönigs nach Barchfeld. Damit nimmt er auch beim Bundes(jugend)königsschießen im darauffolgenden Jahr teil. Unser Verein macht hierzu eine Bustour nach München, denn Adrian darf auf dem Oktoberfest schießen. Schlechte Voraussetzung vormittags, der Bus geht kaputt. Also kurzerhand Bus gewechselt und mit einem Linienbus nach München gefahren. Es war sehr holprig. Für ein Mitglied ging der Tag nicht gut aus. Karl Göbel brach sich durch Unachtsamkeit feiernder Oktoberfestbesucher eine Rippe. Dort im Krankenhaus bleiben wollte er nicht, er fuhr mit uns im hartgefederten Linienbus, unter starken Schmerzen, wieder mit nach Hause.

125-jähriges Jubiläum der SGe Barchfeld/Werra 1886 e.V. im Jahre 2011. Nachdem wir einige Jahre ausgesetzt haben, feierten wir anlässlich des Jubiläums wieder einmal ein öffentliches Schützenfest. Es war bis heute auch das letzte. Geschuldet ist es der wenigen interessierten Bewohnern aus dem Ort.

Dafür reisten wir ab da in Deutschland rum und nahmen an den Schützenfesten und Umzügen teil. Begonnen hatte wir aber erstmal in Gotha. Der Deutsche Schützenbund feiert sein 150jähriges Jubiläum an seiner Gründungsstätte.

Bei den Deutschen Meisterschaften in München wird Christian Freckmann Deutscher Meister mit der Schnellfeuerpistole. Er ist in diesem Jahr Gastschütze, da Adrian Dubravcic eine andere Disziplin für die SGe Rockstedt schießt. Weiterhin gab es einen zweiten Platz für die Schnellfeuermannschaft dieser Junioren.

In der Gemeinde wird ein Familienfest organisiert. Wiederum beteiligt sich unser Verein daran. Diesmal sportartfremd, wir organisieren einen Tauziehwettbewerb.

Nach über zehn  Jahren, welche wir nun in der Schützenhalle sind, werden durch die Gemeinde die sanitären Einrichtungen saniert und in dem Zusammenhang auch eine barrierefreie Toilette installiert und ein barrierefreier Zugang geschaffen. Dies sollte uns schon wenige Jahre später bei einem nächsten Meilenstein unserer Vereinsgeschichte von Nutzen sein.

Der Deutsche Schützenbund führt eine Wochenende der Schützenvereine im gesamten Bundesgebiet durch. Wir beteiligen uns mit dem ersten Mannschaftspokalschießen für Barchfelder Vereine (später dann auch mit den Vereinen aus Immelborn) und einem Tag der Offenen Tür, mit der Hoffnung, unsere Mitgliederzahl zu steigern. Leider kamen kaum jemand dazu, die Mitgliederzahl lag stabil bei ca. 65. Erst ein paar Jahre später sollten wir mehr Mitglieder bekommen. Erst 70, dann 80 und schließlich wie heute um die 100.

Unsere Vereinsjugend war immer scharf auf die Landesjugendkönigskette. Als nächster gewann diese Fabian Schmidt und fuhr anschließend zum Bundes(jugend)königsschießen nach Wiefelstede. Auf ihn folgten bis heute noch einige nach, er allein gewann sie 3 Mal.

2014 betrat Adrian Dubravcic internationales Parkett, denn er stieg bis in die Nationalmannschaft der Junioren auf. Es standen Wettkämpfe in Neusiedl am See in Österreich, in Den Haag in den Niederlanden und die ISSF-Weltmeisterschaften im spanischen Granada an. Dort startete er in drei Disziplinen. Bestes Ergebnis ist Platz 13 mit neuen Landesrekord in der Disziplin Standardpistole. Damit ist das, der erste Start bei einer Weltmeisterschaft für einen Schützen des Vereins. Leider ist nach der WM Schluss für Adrian. Der Wechsel in die deutsche Herrenmannschaft schafft er nicht und hört mit dem Sportschießen gänzlich auf.

Abseits vom Sport hat ebenfalls ein Barchfelder Schützentalent einen anderen „Sieg“ errungen. Nach den damaligen Landtagswahlen in Thüringen wird Christian Schaft Mitglied des Landtages und da ist er ja bekanntlich noch heute, und ist auch immer noch Mitglied bei uns.

Sven Hoßfeld und Sven Vesper nehmen erfolgreich am Trainer C – Lehrgang Basis teil. Als langjährige Übungsleiter sind sie nun die ersten offiziellen Trainer im Verein. Heute haben wir fünf Trainer für Sportschießen.

Ende 2015 erfolgt die offizielle Einweihung der elektronischen Trefferanzeigen des  Luftdruckwaffenschießstand incl. eine Erweiterung auf elf Bahnen. Finanziert wurde die Anlage mit Fördermittel, vom LSB, dem Landkreis und der Gemeinde.

Nun zahlte sich aus, dass unsere Schützenhalle einen barrierefreien Zugang und die schon angesprochenen Toilette besitzt. Denn mit Michael Wolf meldet sich ein Rollstuhlfahrer in unseren Verein an. Ab dieser Zeit unterstützen wir neben der sehr guten Vereinsjugend, auch die die Para – Sportschützen. Michael Wolf ist zwar nicht mehr bei uns, dafür aber die Rollstuhlfahrer Sebastian Schrumpf und seit diesem Jahr Marlon Franke aus Ruhla. Wie erfolgreich die Para – Sportschützen sind, sieht man an unseren aktuellen Deutschen Meister Heino Römhild.

Im Februar 2016 machte Sven Vesper einen seiner besten Schüsse. Er gewann das Landeskönigsschießen in Suhl. Mit Fabian Schmidt als Landesjugendschützenkönig und Anna Schneider als Landesjugendprinzessin stellten wir in diesem Jahr alle Majestäten des TSB in unserem Verein. Zwei Jahre später sollte Fabian Schmidt nach drei gewonnenen Landesjugendkönigsschießen auch Landesschützenkönig werden. Das darauffolgende Bundes(jugend)königsschießen fand in Wernigerode im Harz statt.

Wenn ich alle Erfolge hier aufzählen müsste, dann wäre es wohl eine Rede, welche bis zum Morgengrauen geht. Alle Vereins-, Kreis- und Landesmeister, Pokalsieger, Kreisrekord- und Vereinsrekordhalter  bilden schon eine enorme Summe. Der Wettkampf- und Veranstaltungskalender füllte sich in den letzten 30 Jahren von Jahr zu Jahr. Kaum mal ein freies Wochenende, immer war etwas los.

Bis, ja bis März 2020. Da mussten wir auf Anordnung von oben, die Schützenhalle wegen der Corona-Pandemie in Deutschland schließen. Von Heute auf Morgen Stillstand. Einmal die Woche nachschauen ob alles in Ordnung ist und den einen oder anderen Schriftverkehr bearbeiten, mehr war nicht. Wird das mal wieder normal? Wie schlimm wird es? Nachricht hier und andere Nachrichten dort. Was sollte man noch glauben? Jedenfalls konnten wir mit entsprechenden Schutz-& Hygienekonzepten, unter Einhaltung von strengen Impf- und Genesenenregelungen sowie Abständen zwischen den Schützen und später Trennwänden, den Regelschießbetrieb zeitweise wieder aufnehmen. Wenigstens bis zur nächsten Welle. Ab Dezember 2020 wurden unsere Mitgliederversammlungen virtuell durchgeführt, was auch bis heute noch bei den monatlichen Zusammenkünften mit angeboten wird.

Stotterweise lief alles wieder an. Anfang 2021 nutzen wir den Leerlauf, den Fußboden des Versammlungsraumes mit finanziellen Mitteln der Gemeinde zu erneuern.

In diesem Jahr lief alles wieder so normal, mal abgesehen vom Wasserrohrbruch auf der Damentoilette, der den Fußboden unseres Luftdruckwaffenschießstandes in Mitleidenschaft gezogen hat. Versammlungen, Wettkämpfe, Kreiskönigball alles wieder da. Und auch die Erfolge stellten sich ein. Dazu gehört sicherlich auch der 5. Platz beim Bundes(jugend)königsschießen von der amtierenden Landesjugendschützenkönigin Sophie Vesper. Hoffen wir, dass das auch zukünftig so weitergeht.

 

 

10 Jahre nach der Wiedergründung im Jahre 2002